Studierendenwerk Bremen und Bremer Heimstiftung feiern ersten Spatenstich im Stiftungsdorf Ellener Hof

Bagger, Bulldozer und Walzen gehören im Stiftungsdorf Ellener Hof schon seit einigen Wochen zum gewohnten Bild. Ab jetzt aber kommen auch Kräne hinzu. Mit einem ersten Spatenstich gaben heute Bremens Senatorin für Wissenschaft, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, sowie André Vater und Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender beziehungsweise Seniorvorstand der Bremer Heimstiftung, gemeinsam mit Hauke Kieschnick, Geschäftsführer des Studierendenwerks Bremen, sowie Reinhard Viering, Leiter Stadtplanung beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, den offiziellen Startschuss für den Hochbau im Stiftungsdorf. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von Sabine Schöbel, Hausleiterin des Stiftungsdorfes Ellener Hof und Wolfgang Haase, Sprecher des Beirates Osterholz. Erster Neubau im Stiftungsdorf wird – dank großzügiger öffentlicher Unterstützung von 2,8 Millionen Euro – ein siebengeschossiges Gebäude im so genannten „Baufeld I“. Ressourcenschonend in Holzrahmenbauweise errichtet, wird es künftig energieeffizient bewirtschaftet und bietet nach Fertigstellung Platz für 66 Appartements, in denen Studierende ein Zuhause finden sollen. Für die Vergabe der Unterkünfte konnte die Bremer Heimstiftung das Studierendenwerk Bremen als Partner gewinnen.

Wichtige Bausteine für das Stiftungsdorf
„Das ist ein bewegender Moment für uns, denn ab jetzt wird sichtbar und damit Schritt für Schritt konkreter, wie wir uns das mit dem Stiftungsdorf Ellener Hof gedacht haben“, erklärt André Vater. Das rund zehn Hektar große Gelände im Ellener Feld wird Herzstück eines Klima- wie auch eines Fahrradquartiers. Außerdem entsteht hier Bremens erstes in Holzrahmenbauweise errichtetes Viertel. Ein Quartier, das sich nicht zuletzt zu einem Ort entwickeln solle, an dem Menschen ganz unterschiedlicher Generationen, Kulturen und sozialer Schichten einander begegnen, zusammenleben und sich in ökologischen oder sozialen Projekten engagieren können, führt Alexander Künzel weiter aus. „Aus unserer Sicht ist das ein wirklich zukunftsweisendes Konzept, das Studierende ansprechen wird“, ergänzt Hauke Kieschnick. Auf rund 2.700 Quadratmetern Gebäudefläche entstehen in der neuen Studierendenwohnanlage nicht nur 66 mit Pantry-Küchen, Duschbädern und modernen Möbeln ausgestatte Appartements, von denen einige barrierefrei und für Rollstuhlfahrer geeignet sind, sondern auch Gemeinschaftsräume. Hinzu kommen Außenflächen für Sport oder Grillabende. „Es steht bereits die Idee einer Boule-Bahn im Raum, die Alt und Jung zusammenführen könnte“, nennt Sabine Schöbel ein Beispiel für die generationsübergreifende Planung vor Ort. Für die Hausleiterin des Stiftungsdorfes Ellener Hof sind das Wohnheim und dessen Mieterinnen und Mieter ein wichtiger Bestandteil des späteren Geschehens auf dem Gelände: „Wir freuen uns auf die neuen Mitstreiterinnen und Mitstreiter und sind gespannt darauf, welche gemeinsamen Ideen und Aktivitäten sich entwickeln“, sagt sie. Zu den willkommen Geheißenen gehören ihr zufolge aber auch weitere Akteurinnen und Akteure, denn der erste Spatenstich ist zugleich der Startschuss für den Aufbau im gesamten Baufeld I. Neben dem Studierendenwohnheim werden hier – ebenfalls in Regie der Bremer Heimstiftung – Wohnungen für Singles und Familien entstehen. Darüber hinaus ziehen eine Kinderarztpraxis sowie eine Geschäftsstelle der AOK hierhin. Begleitet werden die Bauarbeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesarchäologie Bremen. Denn: Auf dem Gelände wurden bereits Scherben, Schmuck und Pläne aus der Eisen- und Bronzezeit gefunden. Nun vermuten die Experten weitere Fundstücke im Erdreich, die vom Leben dort vor 2.500 Jahren zeugen.

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende
Prof. Dr. Eva Quante-Brandt zeigt sich erfreut über das Ergebnis der Zusammenarbeit von Bremer Heimstiftung und Studierendenwerk Bremen: „Es ist gut und wichtig für den Universitäts- und Wissenschaftsstandort Bremen, dass die Verantwortlichen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Institutionen mit ihrem Engagement den Weg geebnet haben hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum für Studierende“, betont die Wissenschaftssenatorin. Studierende, die auf Wohnungssuche sind, bekommen über das Studierendenwerk Bremen einen Platz im neuen Wohnheim vermittelt. Mit monatlich 350 Euro Warmmiete inklusive schnellem Internet liegen die Preise deutlich unter denen, die auf dem freien Markt verlangt werden. Wolfgang Haase indes sieht neben den Vorteilen für die Stadt im neuen Wohnheim auch einen Gewinn für Osterholz: „Mit den Studierenden halten frische Ideen und zusätzliches Engagement Einzug. Im Zusammenspiel mit Projekten wie dem Klima- oder Fahrradquartier und auch dem generationsübergreifenden Ansatz im Stiftungsdorf Ellener Hof werden Bürgerinnen und Bürger unseres Stadtteils davon bestimmt profitieren“, erklärt der Sprecher des Beirates Osterholz. Überzeugt davon, dass das Modellvorhaben weit über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft hat, ist Reinhard Viering, Leiter Stadtplanung in der Baubehörde. „Viele verschiedene Akteure bei der Quartiersentwicklung einzubeziehen, hat Vorbildcharakter. Dieses bremenweit einzigartige Vorgehen sorgte bereits in anderen Bundesländern für Aufsehen.“

Griffen beherzt zum Spaten: (v. l.) Hauke Kieschnick, Reinhard Viering, Wolfgang Haase, André Vater, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Alexander Künzel und Sabine Schöbel.
Bildnachweis: © Bremer Heimstiftung, Fotograf: Martin Rospek